Reiseberichte

Mallorca mit einer Cessna 172
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Mallorca mit einer Cessna 172

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Regierungsflieger Regierungsflieger
🌍ZiellandSpanien
🛫StartplatzEDAZ - Schönhagen
🛬ZielflugplatzMannheim (EDFM), Colmar-Housson (LFGA), Carcassonne (LFMK), Mallorca - Son Bonet (LESB)
✈️FlugzeugtypC172
📅Datum04.05.2026

Mallorca mit einer Cessna 172

Über diesen Flug

Ich bin letzte Woche mit einer Cessna 172 nach Mallorca geflogen. Ich war vorher bereits ein paar Tage in Frankreich unterwegs und wollte dann auch noch auf Mallorca landen. Einen weiteren Zwischenstopp in Spanien habe ich nicht gemacht. Auf Mallorca kommt eigentlich nur Son Bonet (LESB) in Betracht.

Entsprechend der AIP ist für LESB - Son Bonet 96 (!) Stunden im Voraus PPR zu beachten. Als Antwort auf meine Anfrage per E-Mail an lesb.ops@aena.es erhielt ich ein ausführliches Briefing zu An-/Abflugverfahren (Routen und Frequenzen), Parkplätzen, Treibstoffverfügbarkeit, etc. Gut zu wissen: Juli-August kostet parken ca. 50 €/Tag. Außerhalb der Saison ca. 20 €. Im Sommer wirken die 150 €/Monat für einen dauerhaften Stellplatz also eher sinnvoll. Nachdem man die etlichen Seite PDF durchgelesen hat, gibt es einen Online-Test, bei dem man auch die eigene Lizenznummer und die Daten des Flugzeugs eingeben muss. Wenn man die ca. 10 Fragen besteht, erhält man eine weitere E-Mail "Familiarización correcta", welche mit einer Gültigkeit von 1 Jahr das Landen in Son Bonet erlaubt. Am Tag des eigentlichen Fluges war es dann nur noch ein kurzes Telefonat um zu fragen, ob Parkplätze frei sind. Einen Flugplan hatte ich vorher schon eingereicht.

Der Flug über das Mittelmeer ist mit einem einmotorigem Flugzeug (wie bei jedem längeren Flug über Wasser) eher mit einem mulmigen Gefühl verbunden. Im Gegensatz zur Ostsee oder Nordsee, wo es noch Offshore-Windanlage und gelegentlich einige Boote zu sehen gibt, war über dem Mittelmeer absolut gar keine visuelle Referenz mehr vorhanden. Bedingt durch den Luftraum A kann man auch gar nicht sonderlich hoch fliegen, so dass ich über 1 Stunde auf 3000 ft. über Wasser war.

Bei Erreichen der Insel Mallorca senkt sich der Luftraum A noch weiter ab und man muss teilweise auf 1.000 ft. AGL runter. Eine kurze Nachfrage nach dem QNH bei "Palma Approach", wo ich die ganze Zeit die Airliner gehört hatte ohne zuvor selbst reinzufunken, wurde sehr freundlich beantwortet. Die ATIS war durch die Berge im Norden der Insel an der Küste noch nicht zu empfangen. Ich habe den Anflug über das POS-VOR und den Punkt Echo (einschließlich RMZ-Verfahren) im Osten der Insel gewählt und entsprechend des Briefings geflogen. Dafür bedarf es aufgrund der engen Lufträume durchaus hohe Konzentration.

Der Flugplatz Son Bonet ist ein Paradebeispiel für "Fliegen ohne Flugleiter". Es war sehr viel los (verschiedene Flugschulen für Flugzeuge und Helikopter sowie einige an- und abfliegende zweimotorige Flugzeuge). Alle melden vorbildlich alle 5 Positionen in der Platzrunde sowie das Auf- bzw. Abrollen der Piste und die meisten Funksprüche sind auf Englisch. Am Boden war ich kurzzeitig ein wenig überfordert mit der Parkplatzsuche. Es gab im Briefing etliche Auflagen hinsichtlich Parkplätzen, die für Rettungskräfte freigehalten werden müssen, sowie Vorgaben, welche Parkplätze mit welcher Flügelspannweite und für welche Parkdauer vorgesehen sind. Die Parkplätze, die ich mir vorher für mein Flugzeug und meine Parkdauer für passend markiert hatte, waren aber belegt. Insgesamt würde ich schätzen, dass ca. 40 Parkplätze belegt waren. Nachdem ich letztlich einen Parkplatz gefunden hatte, wartete schon die Guardia Civil. Fluglizenz, Medical und Personalausweis sowie Personalausweis meines Passagiers wurden kontrolliert. Im "Operations Office" wurden dann noch Kopien der Unterlagen des Flugzeugs (Eintragungsschein, Lärmzeugnisses und ARC) gemacht und man muss eine Telefonnummer und E-Mail-Adresse hinterlegen.

Per Uber ging es dann ins Hotel.

Bei der Abreise habe ich 55,22 € Gebühren (für die Landung und 2 Nächte) bezahlt. Etwas kompliziert war das Tanken, weil man den Tankwagen telefonisch bestellen musste und ich kein Spanisch spreche. Im Gegensatz zum Office und den Beamten konnte der Tankwart kein Englisch. Außerdem hat der Tankwagen andere Betriebszeiten als der Flugplatz. Deshalb war auch unmittelbar nach der Ankunft zur Mittagszeit tanken nicht möglich. Irgendwie hat das aber dann geklappt und ich habe AVGAS (3,07 €/Liter) bekommen. Noch am Boden kann man über die Frequenz von "Palma Operations" Flugpläne öffnen und schließen lassen. Am Boden empfängt man auch die ATIS von Palma (QNH und Wind wird in Son Bonet kaum anders sein).

Den Rückflug bin ich die Route nach Whiskey geflogen, was ein paar schöne Ausblicke auf die Stadt Palma ermöglicht. Wegen schwieriger Wetterbedingungen und hoher Konzentration bezüglich der Lufträume hatte ich aber keine Kapazitäten um davon Fotos zu machen.

Fazit: Eine sehr schöne Insel, die man von LESB aus gut erleben kann, wenn man sich ernsthaft mit den Briefings auseinandersetzt und mit niedrigen Flughöhen sowie dem Konzept von "Fliegen ohne Flugleiter" kein Problem hat. Ob man wirklich einmotorig eine längere Zeit über das Mittelmeer fliegen möchte, muss jeder selbst wissen.